Sprichst Du mit mir

Wir wollen Brücken bauen

Bürgerinitiative „Sprichst Du mit mir“

Wir bleiben im Gespräch

Das Jahr 2022 geht in die zweite Halbzeit. Als wir im Januar auf Initiative von Anne Goldberg und Thomas Müller zur Bürgerinitiative „Sprichst du mit mir?“ zusammenkamen, wussten wir, was wir wollen: Brücken bauen. Brücken bauen, indem wir miteinander ins Gespräch kommen. Brücken bauen, um als Stadtgesellschaft wieder zusammenzufinden.
Die ersten Gespräche im Spree-Eck zeigten, dass das schwierig wird und Zeit braucht.
Zuhören, akzeptieren und nachdenken war das Angebot, nicht besser wissen, belehren und abstempeln. So haben wir manch interessante Sichtweise und viele Sorgen und Probleme zu hören bekommen. Aus der Erkenntnis, dass es durchaus Gesprächsinteresse gibt, aber das Angebot im Park nicht die optimale Lösung ist, entstand die Idee zu „Stadtgesprächen“ in der Bibliothek.
Das war wieder Neuland und die Aufregung groß als am 16. Mai der „Startschuss“ für die erste Veranstaltung fiel. Das Thema des Abends: Wie begrenzt ist unsere Freiheit?
Gut vorbereitet, interessante Gäste, das Ambiente einladend und die Hoffnung groß, dass das Konzept aufgeht. Ganz ehrlich, wir hatten schon „Lampenfieber“. Die beiden Gäste, Peter Liebmann und Mandy Waldstein, erzählten aber so mitreißend und nachvollziehbar von ihren persönlichen Erfahrungen, dass im Laufe des Abends die lockere und entspannte Diskussion auch im Publikum übernommen wurde und aus Aufregung Anregung wurde. Anregung zum Zuhören, zum Nachfragen, zum Mitreden und zum Nachdenken. Es war ein besonderer Abend, gestaltet von allen, die dabei waren und gekonnt „zusammengehalten“ durch die Moderation von Stephan Rehm. Peter Liebmann bekam so unmittelbar die Grenzen der Freiheit zu spüren: begrenzte Redezeit. Er hätte noch viel mehr erzählen können, und wir hätten auch noch gern weiter zugehört. Das ist sicher.
Am 27. Juni, zum zweiten Stadtgespräch, hofften wir auf einen ähnlich inspirierenden Verlauf und wurden nicht enttäuscht. Das Thema des Abends diesmal: Heimat. Wo fühle ich mich zu Hause?
Steffen Röthig und Jana Lambrich erzählten vom Leben außerhalb der Oberlausitz und warum sie zurückkehrten. Beide berichteten emotional aus ihrer persönlichen Perspektive, was für sie Heimat bedeutet. Auch in den darauffolgenden Diskussionsrunden zeigte sich, wie vielschichtig und weit gefächert die Sicht auf das Thema sein kann. Auch an diesem Abend haben sicher alle, die dabei waren, etwas für sich „mitnehmen“ können: eine neue Erkenntnis, einen Widerspruch zu eigenen Erfahrungen oder mehr Verständnis für „Zugezogene“. In jedem Fall aber ein gutes Gefühl.
Die Behauptung, dass die Oberlausitzer Mundart leider vom Aussterben bedroht ist, das wurde an diesem Abend auch deutlich, ist wahrscheinlich wahr, aber traurig und sehr schade. „Derheem‘ is derheeme“. Eben drum. So einfach ist das.

Im September geht es mit den Stadtgesprächen weiter. Wir bleiben am Ball und bauen an den Brücken.
Als Termin kann schon vorgemerkt werden: 19. September, 19.30 Uhr / Stadtbibliothek.

Thema: Oberlausitz- „Randgebiet“ oder Herz Europas?

Wir bleiben im Gespräch, oder?


,,Die Pandemie ist mittlerweile in eine Phase eingetreten, in der im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts dringend die Eigenverantwortung und die gegenseitige Rücksichtnahme der Menschen wieder in den Mittelpunkt gerückt werden müssen.“
(aus der Pressemitteilung des Sächsischen Städte- und Gemeindetages vom 14. Februar 2022)

Hier sind wir alle gefordert, einen gemeinsamen Weg zu finden, um unsere Gemeinschaft wie auch die Akzeptanz und Wertschätzung für den Anderen wieder zu beleben.

Es ist gut, dass sich aus der Mitte unserer Bürgerschaft eine Gruppe gefunden hat, die sich dieser Aufgabe mit stellt. Die bereit ist, in Ebersbach-Neugersdorf auf den Anderen zuzugehen, dem Anderen zuzuhören und mit Anderen ins Gespräch zu kommen. Möge es uns gelingen, denn unsere Stadt braucht den Austausch in der Gemeinschaft. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie sich darauf ein, wenn Sie gefragt werden ,,Sprichst Du mit mir?“

Verena Hergenröder
Bürgermeisterin
(aus dem Spreequellboten März 2022)

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